Newsletter #001 | Frühling 2022


Kooperation mit German Doctors in Nairobi

Hamilton Ayiera, Leiter unseres Partners im Korogocho Slum von Nairobi, sorgte sich schon lange, dass wegen der Pandemie mehr  Slumbewohnerinnen und Slumbewohner an Hunger als am Virus selbst sterben könnten. „Die Eltern von Kindern verlieren ihre Arbeit. Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als dass die Kinder auch nichts mehr zu essen haben“.

Jetzt haben die German Doctors aus Nairobi der Ayiera Initiative (AI) ermöglicht, Nahrungsmittel an etwa 400 Familien zu verteilen. Die Verteilung erfolgte im Jugend- und Bildungszentrum der Ayiera Initiative – natürlich unter Beachtung aller Hygienevorschriften. Unsere Stiftung übernimmt die Kosten für Logistik.

Über das seit Mai laufende umfangreiche Hygiene und Hand Washing Programm von AI, vollkommen finanziert durch unsere Stiftung, berichteten wir unter „Aktuelles“. 

Neuer Partner in Ruanda

Im Rahmen der Partnerschaft mit unserem Verein wird Rollstuhlbasketball für Behinderte in zwei Förderschulen (HVP Gatagara Nyanza und Huye) unterstützt. Dieses Pilotprojekt wird von uns seit April 2021 gefördert und soll der Inklusion behinderter Menschen nach erfolgreicher Durchführung auch an anderen Orten dienen.

In den beiden Schulzentren HVP Gatagara Nyanza und HVP Gatagra Huye südlich der Hauptstadt Kigali erhalten Kinder und Jugendliche mit Behinderungen eine schulische und teilweise auch berufliche Ausbildung. Die Zentren wurden Anfang der sechziger Jahre auf Initiative des belgischen Missionars Father Joseph Fraipont NDAGIJIMANA aufgebaut und sind heute anerkannte schulische Einrichtungen des ruandischen Staates.

Seit vielen Jahren gibt es Sportangebote, meist von ehrenamtlichen Trainern des ruandischen paralympischen Komitees, um den Kindern die Möglichkeit der sportlichen Betätigung zu bieten. Immer wieder wurde der Wunsch geäußert, dass in den beiden Zentren die Möglichkeit geschaffen wird, Rollstuhlbasketball für Kinder und Jugendliche anzubieten. Durch unsere Unterstützung ist nun die Möglichkeit geschaffen, Jugendlichen die Ausübung des Sportes anzubieten. Es wird vielen Kindern und Jugendlichen die Chance bieten, erstmals zu erfahren und zu erleben, was es trotz der Behinderung für Möglichkeiten gibt um sich neu zu erfahren.

Jacobina aus Namibia erzählt ihre Geschichte

Jacobina Tangi Magano Uushona

Mein Name ist Jacobina Tangi Magano Uushona und ich bin derzeit 21 Jahre alt. Geboren und aufgewachsen in Windhoek, Namibia, ist Katutura mein Zuhause, solange ich denken kann. Im Alter von 5 Jahren zog ich in mein jetziges Zuhause, wo ich mit meiner alleinerziehenden Mutter und 4 Geschwistern lebte. Ich besuchte die Grundschule an der People’s Primary School, wo ich die Gelegenheit bekam, der Familie der Basketball Artists School (BAS) Foundation beizutreten.
Ich wurde 2010 in das Programm aufgenommen, als der Basketballexperte Frank Albin mit seinem Team ein Probetraining an meiner Schule und später die Endauswahl im Katutura Sports Complex veranstaltete. Ich war 10 Jahre alt, als ich dem Programm beitrat, und habe es seitdem nicht mehr verlassen.

Als Kind einer alleinerziehenden, geschiedenen Mutter und aus benachteiligten Verhältnissen stammend, gab mir BAS Hoffnung. Hier lernte ich andere Kinder kennen, die wie ich alle eine Geschichte zu erzählen hatten, und das Beste war, dass sie keine Angst hatten, sie zu erzählen. Ich lernte, meine Herkunft anzunehmen und zu verstehen, dass es kein Leben gibt, das besser ist als das eigene; jeder macht etwas durch, wovon andere nichts wissen.

Hier habe ich das Schreiben entdeckt
BAS ist auch der Ort, an dem ich meine wahre Gabe entdeckt habe: das Schreiben. Früher fiel es mir schwer, mich auszudrücken, und so lernte ich, wie man das mit gesprochener Poesie macht. Dann habe ich gelernt, diese Fähigkeit nicht nur für mich selbst, sondern auch für eine größere Sache zu nutzen. Heute schreibe ich Texte und Inhalte für Veranstaltungen, Feiern und/oder alltägliche Notwendigkeiten.


Da ich ohne Vater und mit einer geschiedenen, alleinerziehenden Mutter aufgewachsen bin, war es schwierig, mit viel emotionalem Ballast umzugehen, und das ist bei weitem die schwierigste Aufgabe, die BAS zu bewältigen hatte, nämlich mir zu helfen. Ich habe mich über meine Probleme mit dem Verlassenwerden durch meinen Vater geäußert und durch jedes andere BASKid eine Familie gefunden.


Heute gehöre ich dem Komitee an, einer Gruppe ehemaliger BAS-Begünstigter, die dem Programm mit ihren Gaben etwas zurückgeben. Ich habe jetzt eine fruchtbare Beziehung zu meiner Mutter und lerne, das Stigma zu bekämpfen, das mit der Tatsache verbunden ist, ein Kind aus Katutura zu sein.

Die eigene Version von BAS
Ich bin bei BAS für die Medien und das Schreiben von Inhalten zuständig. Das ist ein Arbeitsbereich, den ich dank meiner Begabungen, die mir offenbart wurden, entwickelt habe. Ich bekam die Gelegenheit, unsere BAS-Veranstaltungen zu moderieren, und entdeckte so meine Vorliebe für das Sprechen in der Öffentlichkeit. Meine Mentorin Ramah Mumba hat mich auch dazu angeleitet, meine schriftstellerischen Fähigkeiten auszubauen, und so schreibe ich nun Artikel und allgemeine Beiträge für das Programm.


Alles, was ich bin und was mich ausmacht, habe ich entdeckt, als ich Teil des BAS war. Wer wir sind, ist nicht ein Gebäude oder ein Ort, sondern die gutherzigen, selbstlosen Menschen, die ihr Leben geben, um das eines anderen Menschen besser zu machen. Das ist es, wofür ich stehe, der Sinn unserer Existenz ist nicht physisch, und deshalb habe ich bei BAS ein Zuhause gefunden, und ich werde BAS in meinem Herzen tragen, wohin ich auch gehe und es zurücklassen, denn jeder verdient zumindest einmal im Leben seine eigene Version von BAS.

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